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1945 - 1967 Wiederaufbau und Wachstum, neue Ziele

Im Mai 1945 war der Weltkrieg und damit die Nazi-Herrschaft zu Ende. Österreich lag in Trümmern und Millionen Tote waren die Folge des Dritten Reiches. Angesichts der herrschenden Not und des Chaos war es erstaunlich, wie rasch kulturelles und auch sportliches Leben in Österreich wieder erstand.

Konstruktiv und engagiert arbeitete der ASKÖ an der Schaffung neuer Sportstrukturen in Österreich mit. Dem „Sportverkehr“ mit bürgerlichen Vereinen stand man weiterhin skeptisch gegenüber und stellte die eigene Vorstellung einer sozialen und breitensportlich orientierten Sportausübung dem ehemals bürgerlichen „Rekordsport“ entgegen. Über die Gräben der Vorkriegszeit hinweg arbeitete man nun am gemeinsamen Ziel einer freien Sportausübung und bekannte sich letztlich sogar zum Spitzensport.

Ein Flugblatt – 20.000mal auf schwer zu beschaffendem Papier gedruckt – richtete sich an die FunktionärInnen aller ASKÖ-Organisationen - Arbeiterturner, Arbeiter Rad- und Kraftfahrer, Naturfreunde, Arbeiterfußballer, Arbeiterschwimmer. Der Aufruf erfolgte „Im Geiste der Arbeiter-Sportler, die für den Sozialismus ihr Leben geopfert“ haben und rief alle Organisationen, die vor 1934 bestanden haben, auf, ihre Tätigkeit aufzunehmen.

Franz Winterer, ­Unterstaatssekretär in der ersten provisorischen Regierung Renner, wurde zum Vorsitzenden des ASKÖ ­bestellt. Als legendärer Generalsekretär fungierte wie schon vor 1934 Hans Gastgeb, der 1962 an Rudolf Spiola, bis dahin Jugendsekretär, übergab.

Das Sport-Toto (1949), die Gründung vieler Sparten und Vereine sowie der nationale und internationale Sportverkehr waren Grundlage für eine nie gekannte Vielfalt im Breiten- wie im Spitzensport.

ASKÖ-Vereine brachten zahlreiche Sportgrößen wie beispielsweise Herma Bauma (Olympiasiegerin Speerwurf, London 1948) hervor.

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Die Festkultur nach 1945

Vorbild war die Arbeiterolympiade

Die großen Arbeitersportfeste der Zwischenkriegszeit, allen voran die Arbeiterolympiade 1931 in Wien, waren Ausdrucksmittel der Stärke der Bewegung. Die Massendarbietungen standen für die Ideale der Arbeiterkultur, die ihr Ziel in der Solidarität und im gemeinsamen politischen Kampf sah.

Nach 1945 wurde versucht, auch bei den Festveranstaltungen an diese Tradition anzuknüpfen. Die Regie der Massenübungen, der Aufmärsche und der kulturell geprägten theatralischen Darbietungen standen im Geiste sozialistischer Inhalte.

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