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1952 Linz - Die 60 Jahr Feier des ASKÖ

Sechs Jahrzehnte einer sehr wechselvollen geschichtlichen Entwicklung, sowohl des Arbeitersports als auch Österreichs, waren seit den Anfängen 1892 verstrichen. Der ASKÖ rief zur 60-Jahr-Feier in Linz auf.

So wie in Wien zur 2. Arbeiterolympiade 1931 das Praterstadion errichtet wurde war es auch in Linz. Das seit 1949 in Bau befindliche Stadion wurde mit der ASKÖ Jubiläumsveranstaltung seiner Bestimmung übergeben. Nach wie vor war man der Meinung, es sei wichtig ein Zeichen zu setzen, dass diese Sportstätte nicht bloß einigen Wenigen dienen sollte. Hans Gastgeb berichtet dazu: "Das neue Linzer Stadion möge eine Stätte der Gesundheit und ein Zeichen des Kulturaufstieges der arbeitenden Bevölkerung sein. Nicht einige wenige, sondern die Massen der sporttreibenden Jugend sollen zur sportlichen Betätigung in den Stadien zugelassen sein."

Rund 8000 Arbeitersportler und –sportlerinnen kamen mit Sonderzügen und Autobussen ins festlich geschmückte Linz. Es standen Wettkämpfe in allen Sommersportarten von Fußball über Segelfliegen bis zum Zillenfahren auf dem Programm. Meister wurden gekürt und so mancher Rekord konnte überboten werden. Dennoch stand das alte Arbeitersport-Ideal vom Massensport nach wie vor im Mittelpunkt des Interesses. Im „ASKÖ Sport“ vom August 1952 wird berichtet: „Die Gemeinschaftsleistungen aber stehen all dem voran. Der prächtige Festzug am Freitag Abend, mit dem unvergeßlichen Einmarsch ins hell erleuchtete Stadion, die Fahnenschwinger mit den neuen Landessturmfahnen, die Turn-und Sportschau der eigenen und ausländischen Gruppen rissen die 25.000 Zuschauer am Freitag richtig mit.“

Doch nicht nur im Stadion gab es Zuschauerandrang. Beim Wassersportfest mit Schwimmen, Paddeln, Rudern, Zillenfahren und Brückenspringen säumte das Publikum dicht gedrängt die Ufer. Lediglich die geplante nächtliche Lampionfahrt auf der Donau fiel einem Platzregen zum Opfer.

Das gibt’s nur im Arbeitersport

„Der Generalsekretär der Arbeitersport-Internationale Julius Devlieger steht am Spielfeld und dirigiert seine belgische Turnergruppe als technischer Leiter. …

Der Vizepräsident des ASKÖ Ludwig Treybal steht bei den Massenübungen der Männer in Reih und Glied und turnt diese Übungen als 63jähriger mit. Vielen Jungen zum Beispiel. Neben ihm stehen mehrere Bundesvorstandsmitglieder des ASKÖ ebenfalls als Masssenübungsteilnehmer auf dem Spielfeld. Fußballer marschieren im Festzug, Wettkämpfer schlafen auf Stroh und keiner murrt oder ist unzufrieden. Sie wissen es, die Gemeinschaft ist die Kraft und Macht des Arbeitersports.

Ausländische Arbeitersportler lassen in ihrer Herzlichkeit immer wieder erkennen, daß sie als Freunde und Kampfgefährten nach Linz gekommen sind, nicht um zu siegwn, sondern um sich zu treffen. Aber sie leisten vorzügliche sportliche Arbeit. Die Dänen werden Fußballfestmeister, aber keine Überheblichkeit sieht ma an ihnen. Die Finnen nehmen im Turnen, Schwimmen, Leichtathletik erste Plätze ein. Sie bleiben bescheiden und still.

Das gibt’s nur im Arbeitersport! Und das ist gut so!“   Aus: ASKÖ Sport 8/1952



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